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 Veröffentlichtes Schicksal...Hilfsprojekt, Augenöffnung oder Futter für eine sich aufgeilende Nation

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Shael

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BeitragThema: Veröffentlichtes Schicksal...Hilfsprojekt, Augenöffnung oder Futter für eine sich aufgeilende Nation   Sa März 29, 2008 5:57 pm

Ein Blogfreund von mir hat in in diesem Eintrag...
http://21stcenturyfox.blog.de/2008/03/27/hier-noch-eine-ausstellungsempfehlung-3951080
...auf eine Ausstellung aufmerksam gemacht und danach zu einem "Projekt" aufgerufen in dem das Schicksal, die Lebensgeschichte eines Obdachlosen verfolgt, begleitet, veröffentlicht werden soll.

Unser Gespräch wurde über Mail fortgeführt, das ganze steckt vielleicht schon in seinen Kinderschuhen...ich meinerseits bin schon dabei jedwede Möglichkeiten, Herangehensweisen, Planungen abzuwägen und zu treffen.

Eure Meinung dazu würd mich interessieren...Pro/Contra...
Meint ihr ein Versuch wärs wert, ist in euren Augen die "Aktion" vertretbar, würde sich vielleicht sogar der Ein oder Andere mit anschließen...
Oder sind für euch solcherlei Projekte schlicht und einfach vergeudete Zeit, ein Tropfen auf dem heißen Stein, alles Quatsch...seht ihr das ganze vielleicht sogar als ethisch-moralisch verwerflich an...

(?!)

Lg
Shael
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FIST
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BeitragThema: Re: Veröffentlichtes Schicksal...Hilfsprojekt, Augenöffnung oder Futter für eine sich aufgeilende Nation   Sa März 29, 2008 6:13 pm

hm

Grundsätzlich find ich ein Interesse an Sozial Randständigen schon sehr wichtig, wenn es mehr ist als bloser Voyeurismus. Allerdings sollte man da nicht mit einer Allzugrosser "Wir helfen nun den Menschen aus der Scheisse" Einstellung drangehen, denn das kippt dann oft über in Arroganz im Sinne von "Guckt wie gut wir sind und diesen Armen armen Menschen aus ihrem Dreck helfen"... Aus eigener Gossenerfahrung weis ich, dass ein Grossteil der Obdachlosen nämlich nicht primär aus Finanziellen Gründen obachlos sind, sondern mehr aus Ideologischen oder aus einer Aussteigereinstellung heraus. Und auch ist nicht jeder Obdachlose Arm wie eine Bettelmaus (ich kannte einen, der hatte 500´000 Schweizerfranken auf seinem Konto, zusammengespart aus einem Bürgerlichen Leben, mit dem er dann einfach abgeschlossen hat).

Viele Obdachlose sind auch auf der Strasse weil sie von der Gesellschaft enttäiuscht wurden, es sind Menschen, die von der Gesellschaft nicht gebraucht werden, viele sind des öfteren, aber nur kurz wegen Bagatellfällen im Gefängniss - sie Leben einfach in einem Millieu, das mit dem "Gesellschaftlichen" Leben nichts zu tun mehr hat - da kann es auch kontraproduktiv sein, wenn nun plötzlich "die Gesellschaft" sich Gönnerhaft zeigt.

Nichts gegen Gute Absichten, aber gerade bei den Randständigen muss man sehr behutsam Vorgehen, damit das nicht in Sinnlosen Aktionismus Ausartet

lG

FIST

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Morrighan

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BeitragThema: Re: Veröffentlichtes Schicksal...Hilfsprojekt, Augenöffnung oder Futter für eine sich aufgeilende Nation   Sa März 29, 2008 7:44 pm

Ich denke auch, da muß zunächst mal geklärt werden, die "ein Obdachloser" definiert ist.

Ist es jemand, der entschieden hat auszusteigen?
Ist es jemand, der nie integriert war und es auch nicht sein möchte?
Ist es jemand, der da reingerutscht ist und nun versucht wieder rauszukommen?
Ist es jemand, der da reingerutscht ist, und nun meint, es sei Sache der anderen ihn da rauszuholen?
Ist es jemand, der da reingerutscht ist, und nun gemerkt hat, dass er dort glücklicher ist?
...

Je nachdem entstehen da ja dann doch ganz unterschiedliche Geschichten mit sehr unterschiedlicher Aussage.

Als jemand der in der Hauptstadt lebt und an einem ganz normalen Tag mit zur Uni fahren, danach noch arbeiten gehen und noch kurz einkaufen im Schnitt 3-5 Mal angeschnorrt wird, hat sich das Thema in der Wahrnehmung zunehmend gewandelt.
Denn es gibt mittlerweile 3 Obdachlosenzeitungen die man versuch an den Mann zu bringen (mit entsprechend vielen obdachlosen Verkäufern mit entsprechenden Geschichten die runtergeleiert werden), dann die, die sich obdachlos nennen und mit ihrer Geschichte auch ohne Zeitung schnorren, dann die, die einfach so schnorren auch ohne zu betonen, dass sie obdachlos sind (sich aber Mühe geben so auszusehen), und die werden dann noch ergänzt von Punks und Zigeunern.
Und nicht selten sind unter denen, die sich obdachlos nennen, die dabei, die zwischendurch ihr Handy aus der Tasche holen, oder einen Blick auf die Tageseinnahmen werfen (die mein Studentenbudget zweifellos übersteigen) oder ähnliches.

DAS als Thema fänd ich mal viel interessanter: wer nennt sich alles obdachlos, ist es aber gar nicht, und verdient damit nicht schlecht Geld. Und bringt damit die, die es vielleicht wirklich nötig haben um die Hilfe, die sie bräuchten - denn die Leute hier sind zunehmend genervt und helfen dann gar niemandem mehr.
Vielleicht liegt darin dann aber auch eine Perspektive: dass die, die wirklich helfen wollen das nicht mehr mit dem Euro in der Ubahn tun, sondern mit einer direkten Spende (oder gar aktiven Mithilfe) an/in einer entsprechenden Organisation die Obdachlosen hilft. Denn die gibt es ja zur Genüge.

Mmmm.... ich hoffe, das war jetzt nicht zu konzeptlos drauf los geplappert.
Auf jeden Fall ist das Thema meiner Meinung nach schon längst weg von "Schau mal Mami, ein Obdachloser, kann man dem nicht helfen?", und hat sich selbst überholt zu "Wir nutzen das Mitgefühl/die Scham/wasauchimmer der Leute aus, um damit (auf dem Rücken derer, die die Hilfe nötig hätten) Geld zu verdienen.

So gesehen stände ich einer Ankündigung á la "Der Film/der Blog der zeigt, wie schwer es Obdachlose haben" zunächst mal sehr skeptisch gegenüber.

So far
Morrighan
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