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 Esoterik oder Esoterik?

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FIST
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BeitragThema: Esoterik oder Esoterik?   Di März 18, 2008 5:19 am

Hi ihrsens

heute nennt sich so viel Esoterisch, dass man sich gerade zu fragt, was ist eigentlich nicht esoterisch.

Und Esoterik ist natürlich ein riesen Geschäft, man kann damit Millionen machen, wenn man weis wie - man denke nur an all die Gurus, die von ihren Jüngern leben. Nur bleibt meist eins auf der Strecke: die Tiefgründigkeit, und mit ihr die Wahrhaftigkeit.

Esoterik ist heute ein Lifestyle neben 1000 anderen, und vieles, das mit Esoterik zu tun hat, hat oft nur mit einer Selbstdefinition zu tun, mit einem nach aussen projezierten Bild, das man von sich gerne hätte. Und durch das Internet und die Webforen gefördert ist es natürlich auch leicht, sich esoterisch zu Produzieren - keiner kann es nachprüfen. Da werden Engel und Götter gechannelt, wahrgesagt, sich kurz mal ein paar magische Titel zusammengereimt - man protzt mit angelesenem Wissen und doziert ellenlang über Engelshierarchien, Räuchermischungen und Anweisungen über Channeln und Lichtnahrung. Im Grunde spielt man über Foren ein MMORPG, man definert sich einen Charakter und stattet ihn mit Fähigkeiten aus - wenn man gut im Spielen ist, steigert man die Fähigkeiten Stück für Stück, wenn man schlecht ist, dichtet man sich gleich zu begin Gottähnliche Fähigkeiten zu. Und natürlich hat man die Weisheit mit Löffeln gefressen und weis alles besser und sowieso und aus prinzip.

Schlecht wirds dann, wenn jemand auftaucht, der Fragen stellt, dann werden die Standartfloskeln ausgepackt wie "Du verstehst das noch nicht" oder "du bist noch nicht so weit" - später wird einem dann subtil gedroht, immer schön nach dem Eschatologischen Prinzip "Ihr werdet schon sehen" oder "Wenn es dann so weit ist, werden wir lachen" - Johannes von Patmos lässt grüssen (nicht, dass die Esoterik missionarisch währe, nenen Wink ).
Lässt man sich davon nicht beirren, wird man entweder gleich aus Foren geworfen, oder zumindest auf eine Ignoreliste gesetzt, grundsätzlich aber einmal ganz erhaben und Licht und Liebevoll als Arschloch bezeichnet - Immerhin hat man die Autorität in Frage gestellt, und nach dem Dogma "Jeder ist Gott" ist das natürlich ein Sakrileg.

Das ganze ins Extreme Gesteigert passiert dann, wenn sich auch Verschwörungstheorien Esoterisch dünken und einen Brei aus Antifreimaurerischer, Antiamerikanischer, Antisemitischer Weltverschwörung prässentieren, die hinten und Forne nicht ins Bild der Historischen Tatsachen passen wollen. Hat man dann, einzig aus dem kleinen Grund, dass man sich für Geschichte interessiert die nötigen Fakten bereit, ist man wahlweise ein Armer irregeleiteter, oder ein pöser Verschwörer, wobei zweiteres immer dann angenommen wird, wenn man von genannten Logen und Orden etwas Insiderwissen besitzt, oder zumindest mehr an Wissen als die Verschwörungstheoretiker.

Kommen dann noch Aliens ins Spiel und eine Hohle Erde, oder Dimensionsaufstiege oder Atlantis oder so ähnliches, wird gleich im VOrhinen gefordert, alles Wissen, das man über Physik, Mathematik, Evolution usw. hat über Bord zu werfen, und jeder der das nicht tut ist per Defintionem natürlich ein irregeleiteter, ein Repiloid oder grad ein Ausserirdier (oder, nocht schlimmer, ein Jude)

Fasst man diese Erscheinungen zusammen und nennt sie "Esoterisch", dann ist es durchaus verständlich, dass es Menschen gibt, die Esoterik im Vorhinein ablehnen, ohne eingehende Prüfung, ohne Verständniss der Materie, eine durchaus gesunde Reaktion, die von Menschenverstand und Einsicht zeugt.

Begegnet man dann noch einer von Harry Poter und Bibi Blocksberg generierten Magievorstellung, dann bleibt dem denkenden Menschen eigentlich nichts weiter übrig, als angewiedert den Kopf zu schütteln und sich wieder anderen zuzuwenden.

Gerade aber die Grunddogmen der oben erwähnten "Modernen" Esoterik, nämlich das radikale ablehnen jeglicher Wissenschaftlicher Einsicht, und das ablegen des gesunden Menschenverstandes hat prinzipiell mit der Esoterik nichts zu tun und solche Vorstellungen gehören in den Bereich des Aberglaubens, gehören zur gleichen Kategorie wie der Spätmittelalterliche "Petit Albert" und die kruden Vorstellungen der Inquisitoren und der Gebräue der Quacksalber.

Betrachtet man nämlich die Ideengeschichte der Esoterik, dann fällt auf, dass diejenigen Menschen, die die Esoterik geprägt haben hochintelligente Menschen waren, die sich nicht nur in Esoterischem Bereich verdient gemacht haben, sondern auch und vorallem in Wissenschaftlichem, zu nennen währe da Paracelsus (der ohne weiteres als Erfinder der Wissenschaftlichen Methode in der Medizin gelten darf), Sir Isaak Newton (der Begründer der Modernen Physik), Jakob Böhme (der Begründer der Naturphilosophie), C.G. Jung (der Erfinder der Tiefenpsychologie) oder Fritjiof Capra (ein Mitbegründer der Systemtheorie) und wie sie alle hiessen. Also nicht Menschen, die die Wissenschaft abgelehnt hätten oder sie grundsätzlich verdammt, sondern im Gegenteil, die Wissenschaft, die Vernunf gefördert haben.

Das ist auch nicht weiter Verwunderlich, denn sowohl die Esoterik wie auch die Wissenschaft sucht nach Vertiefung der Erkenntniss, nach Erweiterung des Denkbaren, nur bewegen sie sich auf einer anderen Ebene. Nun könnte man natürlich fragen, warum gerade die geannten Esoteriker Menschen waren, die sowohl auf der einen wie auf der anderen Ebene Erfolgreich und Richtungsweisend war. Esoterisch gesehen ist die Antwort natürlich ganz leicht: weil sie das erste Dogma der Esoterik eingehalten haben: Wahrlich ist es, ohne Lüge und Gewiss, dass das obere wie das untere ist. Will heissen: weil bei ihnen das Streben einen Einheit bildete, Geist und Materie nicht getrennt war, die Wissenschaftliche Einsicht und die Esoterische Erkenntniss nicht gegeneinader gelaufen sind, das eine das andere nicht Blokert hat, sondern beide Ebenen sich gegenseitig gefördert und unterstützt haben.

Man könnte auch sagen, sie haben etwas Esoterisch in einer Vision erfarhen und dann mit wissenschaftlicher Methode erforscht, und haben dadurch Wissen geschaffen.

Damit waren sie auch in Einklang mit dem, was Eliphas Levi als einziges wirklich gesagt hat, aber in Tausend und abertausend verschiedenen Versionen: Die Magie (die Esoterik, der Okkultismus) ist Wissenschaft UND Kunst, ist Wissen und Glauben, ist Transcendet und Immanent, ist Ying und Yang, ist Gott und Teufel, ist Heilig und Banal, ist Himmlisch und Irdisch und was er dafür Worte mehr verwendet hat.

Wenn nun Esoterik Erkenntniss bringen soll, und das währe ja ihre einzige Existenzberechtigung, dann kann sie notabene nicht das eine oder andere Mittel zur Erkenntnissgewinnung ignorieren oder Läugnen, denn der Mensch kann ja auch nicht mit einem Fuss gehen, oder, um eine Freimaurerische Methapher zu verwenden: Das Tor des Tempels kann nicht nur von einer Säule gestützt werden

Gnothi Sauteon

FIST

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Katana

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BeitragThema: Re: Esoterik oder Esoterik?   Do März 20, 2008 4:15 am

Natürlich mein gutester ist die Esoterik zum Massensport verkommen.
Du sehnst dich nach der Esoterik, die Wissenschaften förderte?
Ist jeder Mensch denn ein Wissenschaftler? Wohl kaum!
Doch jeder hat die Möglichkeit, seine Umwelt nach wissenschaftlichen
Kriterien zu beurteilen.
Kann nun jeder Mensch ein Esoteriker sein? Leider sieht es so aus.
Dabei hat auch jeder die Möglichkeit seine Umwelt aus esoterischem
Blickwinkel zu betrachten, nicht wahr?
Darum aber fürchte ich geht es ja den wenigsten. Man gibt sich gerne
damit zufrieden, sich als Esoteriker ausgeben zu können, weils halt einfach
Hip ist. Natürlich lässt es sich hier locker schwafeln über Tschännelings,
Naturgeister, Weingeister, kleine Grüne, grosse Graue, pöhse Verschwörer ...
Die Essenz der Gespräche bleibt allerdings meist auf der Strecke.
Nur manchmal, manchmal findet sich ein Goldstück!
Eine Perle, wie man so nett formulieren könnte, die unter speziellen
Tieren hingeworfen wurde und nichtmal als jene erkannt ward!


Euer eh so derrischer Katana
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Morrighan

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BeitragThema: Re: Esoterik oder Esoterik?   So März 23, 2008 4:52 pm

Wobei ich festgestellt habe, dass dieser ganze Trend auch Vorteile haben kann: Wenn man sagt "ich beschäftige mich mit Esoterik", dann kommt ein "Hm, ach so, ja." und es wird weiter zur Tagesordnung übergegangen, aber im Hintergrund akzeptiert, dass man sich an gewissen Stellen vom Alltagsgeschehen ausklinkt, sich nicht für Mode, Disco und Shopping interessiert.
Wenn ich dagegen sage "Ich beschäftige mich mit spirituellen Themen, Magie und Schamanismus" kriegt man den "Ach Du meine Güte, so eine, die sich mit Gläserrücken beschäftigt..."-Blick zugeworfen, den früher die Esoteriker bekamen.

lol!
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