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 Kopierschutz die zweite

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FIST
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BeitragThema: Kopierschutz die zweite   Mo März 17, 2008 5:39 am

hm

ich muss grad etwas Fachsimpeln...

da heisst ja immer, Copy kills Music, und gemeint ist damit das Illegale Downloaden von Musik im allgemeinen und Filesharing im Speziellen (z.b. über Emule oder Torrenttrackers)... Wenn man nur diese Floskel hört und dann sieht, wie die Musikindustrie vor sich hindümpelt könnte man das sogar fast glauben.

Fakt ist, der Musikindustrie geht es sehr schlecht z.Z., EMI, ehemals der Grösste Musikkonzern ist kurz vor dem Konkurs und andere Firmen leben nur noch dadurch, dass die Konglomerate sind, die nicht nur Musik anbieten (z.b. Sony Bertelsman, das umfasst Stereoanlagen, Spielkonsolen, Technisches Spielzeug, RTL und andere Fernsehsender, Buchhandel, Versand usw...)... ein klares Zeichen dafür das die Musikindustrie kränkelt sieht man daran, dass 2005 in Deutschland die Verkaufszahlen für eine Goldene Schallplatte von 250'000 Singles auf 150'000 Singles herabgesetzt wurde... und brauchte man früher mehrere Tausend Singles um an die Spitze der Charts zu kommen reichen heute oft ein paar hundert... es klingt also wirklich so, als würd das Downloaden und Filesharen die Musikindustrie kaput machen...

Aber eben, man kann das nur fast glauben.

Man kann das auch anderst anschauen... das Hauptaugenmerk der Musikindustrie liegt bei einer Zielgruppe von 13 - 30, Männlich. Nun ist gerade diese Zielgruppe natürlich die, die mit Computer umgehen kann - und daneben auch nicht die Zielgruppe, die wirklich Geld für Musik ausgibt... 13-30, Männlich, die stecken Geld in Mopeds, Autos, in Ausgang, Spielkonsolen und Technisches Spielzeug, oder in Klamotten und Filme... jedenfalls weniger in Musik (das klassische Bild des 20 Jährigen Musiknerds, der jede Platte kauft, die er in die Finger kriegt ist nälich eine Ausnahme... diese Nerds gibts schon, aber die kaufen dann wirklich Platten, meist von einem Subgenere das nicht von einem Majorlabel unterstützt wird)... Und dann legt die Industrie das Hauptaugenmerk (immer noch) auf Singles, auf Songs und Hits... aber gerade das Publikum, sgaen wir 16-30, Männlich kauft Alben, Singles sind nur für die ganz Jungen Bravoleser Interessant, und das auch nur, weil sie nicht genug Taschengeld haben um sich ein oder zwei Alben im Monat zu kaufen, also kaufen sie Singles, aber mehr aus einer Not heraus und nicht weil sie es wollen.

Und weil die Industrie von Singles lebt, lebt sie auch von Hits, von One Hit Wonders... aber da kommt nu ein sehr grosses Problem dazu... Nämlich das Verhältniss von Einnahmen/Ausgaben... vor MTV und VIVA waren One Hit Wonders ganz gute Investitionen und dank fehlendem Internet konnte man sie in "Randgebieten" auch länger vermarkten... gab ganz gut Geld - aber heute kommt ein Video dazu... und Videos sind Teuer (500`000 Dollars für ein Günstiges für einen Unbekannten Newcomer, mehrere Millionen für Superstars), dazu kommt Radiopromotion, man muss Interview Finanzieren und der ganze Aparat von vielen vielen, SEHR vielen Menschen die bei einem Majorlabel arbeiten will auch bezahlt werden, eine Tour muss passieren usw... Nun kann man ja sehen, dass sich das nie und nimmer rechnen kann - könnte sich selbst dann nicht, wen niemand Filescharen würde....
Interessant nämlich an der Rechnun währe, dass, würde sich die Musikindustrie auch auf andere Zielgruppen Festlegen (die keine Ahnung vom Filesharen haben), dann könnten sie Stinkreich werden, würden sie mehr auf Karrieren Gucken und weniger auf Hits (die sehr viel Kosten und wenig bringen), dann könnte die Industrie noch reicher werden... denn wenn jemand einmal eine Lieblingsband hat, von denen kauft er Alben (und nicht Singles), und das auch über 20, 30 Jahre hinweg.

Ein weiteres Problem ist, und das hat mit Filesharing sehr viel zu tun... DRM, Digital Right Management... auf Gut deutsch: Kopierschutz... Ein Kopierschutz beschneidet je nach dem den Hörer... denn als Hörer hat man das Recht sich Priphate Kopien von seiner Musik anzufertigen - und zwar so viel man will... man kann mit diesen Kopien machen, was man will, solange man sie nicht weitergibt... aber das ist nur ein Problem des Kopierschutzes - das grösste Problem (wir sind immer noch bei den CD´s) ist: wenn man pech hat ist der CD Player den ich hab gar nicht mit dem Kopierschutz kompatibel, der auf der CD ist (ist mir auch schon passiert)... dann hat man Geld aus dem Fenster geschmissen und kann die Musik nicht einmal hören.

Noch schlimmer wirds bei den Kaufdownloads.. Kopierbeschränkung auf 3 Mal... na super... nu hat man grad noch den alten Computer, schmeists auf den Neuen Compi und wills dann von dort auf den MP3 Player schmeissen und ne Sicherheitskopie anfertigen? Fehlanzeige geht nicht (okay, jeder der ein Audiobearbeitungsprogramm hat kann das umgehen, aber das ist Arbeit)... und dann kommt noch ein weiteres dazu... z.b. kauf ich ein Song bei ITunes - dann läuft der NUR auf einem IPod (ausser natürlich wieder mit richtigen Programmen)... was aber wenn ich von Ipod die schnauze Voll hab?

Und dann kommt das Hauptproblem der Musikindustrie dazu: sie ist erzkonservativ... sie verkauft lieber eine Zigtausendes Auflage eines Elvisbestofs, als dass sie etwas wagen würde... lieber Verkauft sie Crasy Frogs und Tokio Hotels, als dass sie Inovative, vieleicht auch schwierige Musik fördern würde.. Sie verkauft immer nur das, was man schon zigtausend mal gehört hat und wagt nichts (wobei gerade ihre hauptzielgruppe, Männlich 13-30, gerne auch Undergroundmusik hört, Metal, Hiphop, Techno usw.)... das war früher weniger das Problem, denn ohne gutem Infonez und gutsortiertem Plattenladen in den Täler der Ahnungslosen konnte man immer noch das Langweiligste als Inovativ verkaufen... aber heute ist das mit Internet und vorallem Amazon nicht mehr so... und auf Amazon haben auch kleine Labels ihre Chance und werden Verkauft, es ist da kein Problem eine CD zu beziehen die nur in Australien veröffentlicht wird... Da geht das Geld wirklich durch die Lappen (die Indilabel Freuts, ich mags ihnen Gönnen)

um nochmals auf Copy kills Music zurückzukommen

Die Ärzte, z.Z. die erfolgreichste Band Deutschlands, veröffentlicht selber Kostenlose Bootlegs ihrer Konzerte, auf ihrer Seite kann man 2 Alben gratis Runterladen, sie verfolgen die Filesharer nicht, sie gucken nur, dass das alles immer kostenlos geschieht, damit niemand mit ihrer Musik Geld verdient... die Ärzte sind trotzdem Stinkreich und die Industrie verdient nicht schlecht an ihnen

Greatfull Dead... bei ihren Konzerten gabs einen extra Bereich nur für die Bootleger, auch sie haben Bootlegs zugelassen mit der Bedingung dass sie kostenlos weitergegeben werden - Greatfull Dead war eine der reichsten Bands

hm... Wenn jemand die Musik killt, dann sind es die Majors selber, denn, wie ein Musikkritiker mal gesagt hat (ich hab seinen Namen nicht mehr im Kopf): ich habe keinen Respekt für jemanden, der bei einer Majorfirma arbeitet, denn die haben keine Ahnung was Musik ist, haben keine Ahnung was Talent ist, sie erkennen Talent nicht einmal, und wahrscheinlich sind sie auch schlecht im Bett weill bei ihnen Körper und Geist keine Einheit bildet."

ein anderer Kritiker meinte: 85 bis 90 Prozent der Veröffentlichungen scheitern, dabei währ es leicht, mit jeder Platte Geld zu verdienen.

aber wenn die Majors halt so denken wie der Boss von EMI (es macht keinen Unterschied ob man Bananen oder CDs verkauft), dann kann das nicht klappen

lG

FIST, Filesharer

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Katana

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BeitragThema: Re: Kopierschutz die zweite   Do März 20, 2008 4:14 am

Das erinnert mich unweigerlich an meine früheren Zeiten als Musiksauger ...
Napster war seinerzeit das Portal, in dem Songs vorgestellt, gehört und gezogen wurden.
Man hörte einfach überall rein, filterte das für sich passende raus und genoss die Klänge.
Wenn eine Band/Interpret gut gefiel, informierte man sich etwas genauer und ab in den
Plattenladen (zur Napster-Zeit warens schon CD's). Napster hat man vorsätzlich gekrasht!
Morpheus und die anderen Nachfolger hielten sich ebenfalls nicht lange über Wasser.
Dabei hing meinereins damals noch am 56K-Modem. Das heisst ein guter Song war kaum
unter einer halben Stunde gesaugt. Und da war manchmal Müll dabei zum Abwinken.
Ja, ja! Das gute alte Napster-Ding! Damals kaufte ich noch CD's ...
... mit dem Ende von Napster hab ich mir geschworen, der kohlegeilen Industrie
keine Knete mehr für Tonträger hinzublättern.
Daran habe ich mich auch bis Heute strikt gehalten. 2 CD's hab ich seither erstanden.
Diese aber direkt vom Künstler bei Live-Events. Ich halte massiv daran fest, die
Industrie die uns zum Ladentisch prügeln möchte, zu boykottieren!
Filesharing, nö! Ehrlich, kein Interesse mehr.
Ich brauch den ganzen Mainstream Mist ohenhin nicht ...
Ich als Verbraucher kann ohne die Musikindustrie ganz gut leben.
Kann die Musikindustrie auch ohne Verbraucher leben??


Euer sturer Katana
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FIST
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BeitragThema: Re: Kopierschutz die zweite   Do März 20, 2008 4:54 am

hi Katana

hm... Napster war schon n Ding...

aber du sagst es ja: Mainstream war dort hauptsächlich vertretten...

ich saug ja hauptsächlich mit Bittorrent, und da findet man auch schöne Unmainstreamige Dinge, die man selbst beim gut Sortierten Plattenladen oft nicht findet. Und da es bei mir in der Umgebung nicht einmal einen schlecht sortierten, sondern nur einen sehr, sehr schlecht sortierten Plattenladen gibt, bin ich mehr oder weniger auf sowas und auf Amazon angewiesen.

Wenns zeugst von der "Industrie" ist hab ich da auch überhaupt keine Skrupel, denn die Bands kriegen ihr Geld ja sowieso (meist sinds ja Verträge im Sinne von: ihr kriegt 50´000 Dollar, dafür liefert ihr 2 Alben und 4 Singles bis dann und dann) und Leute wie den Emi Boss will ich sowieso nicht unterstützen. Und kleinere Labels und unabhängige Künstler sind oft weniger verpicht darauf dass das Urheberrecht so streng ausgelegt wird (und laden ihr Zeugs oft auch gleich Selber in Filesharingnetzwerke) - ihnen geht es wirklich um die Kunst, ums Musikmachen und ums Gehört werden, und da ist selbst ein illegal gedownloadetes Album Werbung für sie, die vieleicht den einen oder anderen dazu animiert, in ein Konzert von ihnen zu kommen oder ein T-Shirt zu kaufen oder so was.

Nur wenn ich was grad nicht bei Bit Torrent finde, kauf ich wirklich ein Album über Amazon (also noch so richtig als CD) - und das sind dann auch wieder von Kleinstlabel in Minimalauflagen vertrieben Künstler - da ist mir dann das Geld auch nicht zu schade, denn denen gehts wenigsten wirklich um die Musik, und nicht darum möglichst viel Geld aus den Hörern UND Künstlern rauszupressen

Zitat :
Kann die Musikindustrie auch ohne Verbraucher leben??

ich denk, in den nächsten paar Jahren wird die Musikindustrie ganz schmerzhaft selber zur Erkenntnis kommen, die die Beantwortung dieser Frage beinhaltet Wink

lG

FIST

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