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 Du bist doch gar kein Satanist!

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mørke



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BeitragThema: Du bist doch gar kein Satanist!   Fr Jun 06, 2008 10:40 pm

Wie oft hab ich den Satz nun hören dürfen, nachdem ich mal richtig erklärt habe, wie ich das alles sehe. Es ist schwer in einer so medieninfizierten Welt, sich mit einer eigenen Meinung und vor allem mit einem eigenen Glauben, Gehör zu finden. Der Mench glaubt meist an das was er sieht, was er vorgekaut bekommt, in schönen angenehmen Häppchen. Dann noch etwas abgefahrenes, einprägendes dazu und man hat ihn eingewickelt. So, fehlt nur noch das Schleifchen. Das ist dann das "nicht nachdenken müssen".

Wo fängt man da an? Wohl am besten von Vorne. Wie wird man Satanist? Und vor allem so einer, wie ich mich Heute sehe? Die Zutaten sind ganz natürlicher Herkunft: Erlebnisse, Gedankengänge, Bücher und der Verstand. Gehört jetzt nicht der Verstand irgendwie zu den Gedankengängen? Nö. Ist leider nicht immer ausreichen vorhanden bzw. wird oftmals gern weggelassen udn das verdirbt meiner Meinung irgendwie den Geschmack, aber Geschmäcker sind nunmal verscheiden. Soviel zum allgemeinen bla bla...

Wie kam ich dazu? Man soll es kaum glauben aber mit Neun Jahren gabs ehrlich gesagt dieses eine Schlüsselerlebnis, der alles ins Rollen brachte. Ob es wohl anders gekommen wäre, wenn dies nicht passiert wäre - keine Ahnung, da es so war wie es war. Meine erste Beerdigung die ich miterleben "durfte". Mir wurde zu der Zeit gesagt, Gott hat sie nun zu sich genommen. Dass mir das in dem Alter gegen den Strich ging war wohl mehr als klr udn was blieb mir anderes übrig als denjenigen zu hassen. Im nachhinein betrachtet war das glaube ich der erste wirkliche tiefe Hass in meinem Leben. Ich sehe das aber nicht als verkorkste, versaute Kindheit. Ich hatte eine schöne Kindheit und wunderbare Eltern, die sich auch danach mit mir zusammen hingesetzt haben und sich auch immer Zeit für mich genommen haben - nur so als Anmerkung, dass wir hier nicht in falsche Ecken landen Wink
Nun gut. Ich habe von diesem Augenblick an die ganze Szene (ich bin katholisch erzogen worden) genauer betrachtet, beobachtet, "studiert", mir unzähliche Gedanken gemacht. Je mehr sich Menschen in meinem Umfeld der Religion "hingaben" und vorgaben wie christlich und voller Nächstenliebe sie waren, um so schlimmer und unsympathischer erschienen mir diese. Eine Welt voller Täuschung, voller Heuchelei unter dem Deckmantel der Katholiken. Voll der gefrustete Teeni Smile
Dann kam die Zeit, in der ich Metal entdeckte *gg meine neue Welt eröffnete sich vor mir. Und ich wurde aufgesogen. Ich entdeckte Bands die sich über die Kirche auskotzten, meine Gedanken nach aussen getragen haben. Die haben mich verstanden Smile - Aus heutiger Sicht kommt mir da schon acuh ein Schmunzeln hervor, aber so war's nunmal. Man beschäftigte sich mit dem Satanismus, den man aus der Bravo kannte, Internet gabs damals noch nicht. So hangelt man sich durch Berichte und wird zu dem was ich Heute müde belächle - zum Mediensatanisten und superbösem Antichristen. Man hasst alle und jeden, weil keiner schnallt, wie man selbst denkt und nur man selbst hat den totalen Durchblick. Ich habe Anfangs Bücher gewälzt von Aleister Crowley, welcher damals einer der bekanntesten war und von dem es auch reichlich Bücher gab. Die waren auch wirklich beeindruckend geschrieben, man konnte sich in gewissen Dingen wiederfinden und es war ein andauerndes Nicken in mir - ja der hat einfach recht. Wenige Jahre später stiess ich per Zufall auf A. Szandor LaVey - ich weiss leider nichtmehr worüber, aber das war das beste was mir passieren konnte. Seine Bücher gab es zu der Zeit nur auf englisch, aber ich kaufte sie alle und las mich durch. Ich kam aus dem staunen nichtmehr heraus, weil da urplötzlich was anderes stand, was ich zuvor immer und überall gelesen habe. Eine ganz andere "Denkwelt". Fern ab von dem was mir bekannt war oder was je in der Medienwelt nach aussen getragen wurde. Das war auch der Zeitpunkt, wo ich ein Buch zu lesen begann von Crowley, Das Tier 666. Seine Biographie, welche mir diese "alte Welt" völlig einstürzen liess. Er war nicht weniger ein heuchler als viele den von mir so gehassten Christen. Naja, auch mit sowas muss man rechnen, wenn man sich mit bestimmten Themen befasst. So kam ich in die Welt des LaVey - mein Satanismus, wie ich ihn betrachte, wie ihn kaum jemand anerkennt udn weswegen ich immer wieder den Satz höre, der dieses Thema trägt.

Was zeichnet mich nun als einen Satanisten aus? Warum bin ich einer? Warum nenne ich mich so? Was kann der tolles? Zaubern? Voodoo? Tolle kleine süsse Dämonen hervorrufen und als Haustiere halten? In erster Linie kann er selbstständig denken, hinterfragt gern alles, geht seinen Weg treu entlang, wenn es ihm so beliebt. Dazu muss man aber kein Satanist sein, jo, weiss ich. Wenn cih alle meine Eigenschaften aufzähle, wie ich mich sehe, liegt das auch fern dem was man im "Volksmund" in einem Satanisten sieht. Für mich ist inzw. der wichtigste Punkt,d ass ich den Satanismus nicht nach einer Gottheit sehe, also nichts und niemand personifiziere. Für mich gibt es keinen Satan oder Teufel. Satan kommt aus dem hebräischen und heisst ganz einfach: "gegen". Das perfekte Wort um es in alle Richtungen auszulegen und überall einzusetzen und zu nutzen wie man es möchte Smile
Ich halte immernoch an altem fest. Das was mich schon gestört hat, als ich 9 war. Die Lügen, Heucheleien, das Schönreden... ich bin dagegen, gegen dies alles... dieser Nutzen, eine Religion zu missbrauchen sich hinter diesen Eigenschaften zu verstecken. Ich sage damit nicht, dass ich mit dem Satanismus Leute finde, die nur ehrlich und gerecht sind. Der Satanismus lehrt einen eher mit sich selber im Reinen zu sein. Sich selbst nie zu belügen, mit seinem Gewissen ehrenvoll leben zu können. Klar ist dies auch dehnbar. Wie alles und bestimmt ist auch vieles fraglich was ich im Satanismus sehe udn klar kann da vielem wiedersprochen werden, weil jeder über alles anders denkt und anders ran geht und somit eine andere Meinung dazu entwickelt.

Der wichtigste Satz, mit dem LaVey in seinem Buch, der "Satanischen Bibel" begonnen hat war, dass er das was er in dieser Bibel niedergeschrieben hat, so gesehen hat, während er es niederschrieb und darauf verwies, dass das nicht heisst, dass er in ein paar Jahren immernoch genau gleich denkt und fühlt wie in diesem Moment.
Etwas ehrlicheres kann man einfach nicht schreiben. Jeder Mensch entwickelt sich weiter und sollte nicht an dem hängen bleiben, was da irgendwo geschrieben steht, sondern zusehen, dass er so lebt, dass er mit sich im reinen ist und mit den Menschen genauso, die ihm Nahe sind und was bedeuten. Er machte auch deutlich, dass man nicht jedem Nächstenliebe entgegenbringen muss und das teile ich auch mit ihm. Es wird immer sympathische Menschen geben udn unsympathische. Wenn man einem nicht gutes tut, heisst das noch lange nicht, dass man ihm etwas schlechtes tun muss, da die Welt nicht schwarz weiss ist...

auch hier werd ich wvrtl. noch einiges hinzuschreiben, weil man ja imemr was schreibt und später fällt einem noch was ein *gg

Ist jetzt eh erstmal viel, vermutlich auch viel bla bla Smile aber man muss ja geisse Rahmen dazu auch sehen... klar kann ich vieles nicht so ausweiten um es deutlich genug rüber zu bringen wie ich es definitiv meine, dazu reicht vermutlich nichtmal der Rest meines Lebens aus, da ich es denk ich mal jeden Tag anders beschreiben würde.
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Elin



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BeitragThema: Re: Du bist doch gar kein Satanist!   Fr Jun 06, 2008 11:29 pm

Hallo mørke!

Egal was man dir für Fakten entgegnbringen würde so in der Art: "Aber das ist doch so und so definiert, und das ist so und so..."
kann keiner in dich hineinschauen. Ich mein jetzt Menschen die dich nicht kennen und Ausschlag bekommen, wenn sie nur das Wort Satan hören...
Ich bekenne mich ja zu nichts, weil alles von Menschen erdachtes , somit auch fehlbar ist. (Glaube, Religion)
Manchmal stimmt mich es etwas traurig, wenn man sich erklären möchte und niemand nur ansatzweise versucht zu verstehen was da eigendlich dahintersteckt. Hab nach 10 Jahren immernoch mit meiner Familie Diskusionen, warum ich immernoch so aussehe... Müßte nicht grad die eigene Familie das verstehn? Im prinzip haben die mich ja auch da reingetrieben. So wie bei dir, gibt es natürlich auch bei mir Auslöser, allerdings andere... Nur, dass ich, wiegesagt, es über nichts wirkliches definiere, weil ich einfach zu komplex geworden bin, um zu sagen ich sei dies und jenes. es gibt so viele reizvolle Gedanken, die ich allerdings nicht ungesagt lassen möchte, nur weil es der Schublade in der ich stecke, nicht passt...Du weißt was ich mein...
Deine Erklärung, was es für dich bedeutet Satanist zu sein, find ich so akzeptabel, dass ich es dir nicht zerreden will. Ich mag Menschen nicht, die meinen sie seien etwas und können sich dann aber über dieses etwas nicht erklären...Da krieg ich Ausschlag!

LG Elin pirat
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FIST
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BeitragThema: Re: Du bist doch gar kein Satanist!   Sa Jun 07, 2008 1:09 am

hm

also ich kenne mehrere Satanismen

da währe einmal der Jugendsatanismus, der schlicht eine Protesthaltung gehen das Ästäblischmänt ist, also sozusagen der Punk des Christentums.

Dann kenn ich den "Klassischen Satanismus" also der mit Satan anbeten, Opferritualen und dem ganzen primborium.

und dann kenn ich den Intelektuellen Satanismus (da würd ich jett auch Mörke einordnen rinnen), der im Grunde gar nicht so gross Religiös Motiviert is als Vielmehr Philosophisch (Nietzsche lässt grüssen)...

wie auch immer

da es auch im Satanismus natürlich Sektierer und Besserwisser gibt, ist natürlich auch der Satanismus nicht von denjenigen befreit die glauben "eine Reine Lehre" zu verbreiten und meinen das Recht zu haben, anderen die Selbstbezeichung "Satanismus" zu verbieten, weil man nicht "der reinen Lehre" Anhängt... da ist der Satanismus wie jede andere Religion/jedes andere Spirituelle Konzept...

so mal kurz eingeworfen von se FIST

lG

FIST

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mørke



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BeitragThema: Re: Du bist doch gar kein Satanist!   Sa Jun 07, 2008 2:12 am

Es ist schon schwer irgendwo "Fakten" anzubringen wo einfach verscheidene Leute "ihre Ansichten" in Büchern niedergeschrieben haben, die sich total unterscheiden. Darüber hab ich ja auch schon mit den bibeltreuen und Jehovas diskutiert, dass ich es nichtmal verstehen kann wie die sich untereinander auch so übelst voneinander trennen wollen. Jeder sieht sich als das einzig Wahre, dabei sollten sie doch in die gleiche Richtung blicken, da sie für den "selben Verein" sind.

Was mir auch total gegen den Strich geht sind Verbreitungen, anderen die eigene Meinung den eigenen Glauben aufzuschwatzen. Was viele nicht kapieren, ist, dass man niemanden vorschreiben kann, was demjenigen gut tut, weil das jeder für sich entscheiden muss. Ich nehme dafür immer als Beispiel die Musik, weil komischerweise damit es jeder versteht, wenn ich sage, dass es da nunmal Musikstile gibt, die einem liegen und zusagen udn andere wiederum, die einem Kopfschmerzen bereiten. Und das was mir sehr gut gefällt, muss nicht automatisch bei jedem das gleiche Gefühl auslösen.
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